Es gibt den Zeitpunkt im Leben an dem man beginnt sich damit abzufinden, dass es eben nicht mehr bietet, fast schon hilflos, jeden Tag an sich vorbeiziehen zu lassen, ohne sich jegliche Hoffnung zu machen, dass sich Besserung einfindet und zumindest ein klein wenig glücklicher zu sein und die eine oder andere Freude empfinden zu können.

Still schweigend den Tag beginnen, ohne das winzigste Lächeln auf den Lippen und das Herz drückend und schwer, Schlag für Schlag, schmerzlich, Sekunde um Sekunde, als das einzige Lebensgefühl wahrzunehmen.

Trotz der täglichen Düsterheit, fast schon gewohnt und nie mehr heller werdend scheinend , bleibt doch der Funken Hoffnung, dass es eines Tages besser wird und es eigentlich nicht wirklich daran glaubend, sich das Leben doch zum Guten wendet.

Dann, plötzlich gibt es diese Begegnung, die nicht nur das grau erhellt, sondern die Welt rundherum in den schönsten Farben erstrahlen lässt, wo Worte zu Tönen, Sätze zu Melodien werden, Gerüche zu Rauschzuständen führen und Brührungen zu Gefühlsexplosionen, Gedanken anfangen sich neu zu ordnen, das Leben in einem komplett anderen Sonnenlicht erstrahlen lassen.

Heiss und sehnsüchtig pulsiert mein Blut mit jedem Herzschlag durch die Adern, belebt meinen Körper oder lässt ihn für kurze Zeit erstarren. Auf und ab, freudiger und trauriger, heller und dunkler, das Gemüt, so wie das Wetter, wo sich Sonne und düste Regenwolken abwechseln, im Sonnenlicht das Herz leichter wird sowohl mit dem nächsten grau wieder schwer und fast schon schmerzlich wird, einhergehend mit diesen vielen Gedanken, die wirr im Kopf herumtanzen, sich der Gefühlszustand auch immer wieder ändert, je nachdem, welche virtuelle Szene sich im Augenblick fest krallt.   

 

Hin und wieder begleitet von einem einzelnen, losgelösten Bluttropfen, der ganz sachte und leise der Seele entlang läuft, sich an jeder Narbe stösst und dadurch schon fast tänzerisch wirkt, obwohl die Reise, dieses Tropfens mit Sicherheit kein frohlocken in sich birgt…. 

 

Wie ein schneidiger Wind, der an einem eisigen Tag über das weht, brennen diese, sich immer auf und ab bewegenden Emotionen, in jeder Faser meinen Körpers. Mit keinem Glockenschlag verstummt die Hoffnung, dass sich doch letztendlich ein bisschen Wärme hinzugesellen möge, um diesen leidliche dahin frieren ein baldiges Ende zu bereiten, zumindest beiläufig,  die letzte Stunde des Tages, wenn auch mit müden Lächeln, beenden zu können.

 Es sind die Erfahrungen die ich gemacht habe, die mein Leben seit Jahrzehnten in einen negativen Sog ziehen. Narben und Verletzungen jeglicher Art, die den Weg zu diesen, ach so schönen, Emotionen versperren. Nur durch eine Glaswand kann ich sie sehen, berühren leider nicht.              

Manchmal schafft es ein kleiner Funken durch eine winzige Ritze und lässt mich für einen Moment, einen Hauch Glück verspüren, um dann irgendwo im Nichts zu verschwinden.                                      

Könnte ich doch einmal für eine längere Zeit dieses Glücksgefühl festhalten, nur für ein paar Minuten, nur um ein wenig Zeit zur Ruhe zu kommen und diese wohlige Begegnung in mir speichern, um mir bewusst zu machen, dass es sich genau dafür zu kämpfen und zu leben lohnt.

Die Freiheit, bei der man Raum und Zeit vergisst, wo es kein morgen gibt, wo jede Angst und jedes Problem an Gültigkeit verliert- einfach nicht da zu sein scheint. Es ist DIE Freiheit, die man scheinbar von einer übersinnlichen Macht geschenkt bekommt, um wieder Kraft und Stärke zu tanken, für die Zeit des Alltages in sich zu finden.

Stunden der Freiheit, für die man bereit sein muss, ohne wenn und aber, mit offenen Armen zu empfangen und sich sagen, ICH GEHÖRE MIR!                                                                                                 

Einmal nur an sich denken, die eigenen Wünsche, begehrt zu werden, geachtet und geliebt- auf ganz besondere Art und Weise, nur gedacht und gemacht für diese Situation.                                                    

In diesen Ebenen eintauchen können, vor allem dürfen, ist eine Zeit, wie nicht von dieser Welt. Tief in uns drinnen sehnen wir uns nach der Einfachheit des Lebens, nach Einklang und dem wahren ich,      nach dem, wo jeder sein kann wie er sein möchte, sagen kann, wie und was er denkt.

Es ist so schwierig die Ketten der “Gefangenheit“ zu sprengen- wenn auch nur ganz kurz. Wir sind Gefangene unserer selbst. Was ist richtig und was falsch?- Jeder muss das für sich herausfinden aber wer hat Mut dazu?!

Weit ab und doch so nahe liegt der Punkt, wo nur die Lust und Leidenschaft zählt, wo man den Geruch des Anderen – Gleichgesinnten- einatmet, der die wunderschönsten Träume in uns weckt. Der Geruch eines geliebten Menschen, der sich tief einbrennt, wie das Gesicht im Mondschein, ein Hauch, der allgegenwärtig ist.

Inhaliert man erst einmal den Duft dieser Freiheit, wird man nicht mehr davon losgelassen, raubt einem zeitweise den Verstand. Der überwältigende Weg zur puren Lust beginnt mit der Nase, die Düfte, die uns umgeben, lassen die Hüllen der Skepsis fallen, interpretiert man richtig und im Geiste frei, entspriesst der Zweig der wahren Leidenschaft, der echten, tiefen Gefühle der Momente.

Immer wieder neu, immer wieder frisch, unbezahlbar und unbeschreiblich. Ein Genuss für Körper, Geist und Seele, Heilung des Herzens und die Gabe, mit zärtlichen Berührungen genügen und befriedigen zu können.

Zärtliche Liebe ist wie ein Sonnenstahl an einen kalten Wintertag, ein Licht am Ende des Tunnels, ein wärmendes Feuer am Kamin…

Ganz selten gelingt uns ein Ausbruch aus unseren Alltag um genau DIESE Freuden des Lebens geniessen zu können.

Eine unerwartete, zuerst unscheinbare, sogar nicht einmal bewusste Begegnung einer fremden, absolut von Ferne, geschickten Person, lichtet einen grauen Schleier, der schon seit geraumer Zeit das Blickfeld und die Seele bedeckt. Schon seit unendlich langer Zeit bestehende Barriere, die kaum zulässt, einen klaren Blick in das tägliche Leben zu genehmigen. Gebildet von diversen Erlebnissen, vor nicht mehr definierbarer Zeit, aus dem Grund nicht abzuzählen, da diese, sich langsam aufbauende Masse, nicht von heute auf morgen, sondern ganz langsam, einschleichend, eingenistet hat und unaufhaltsam seinen Platz einnimmt, ohne Rücksicht auf das betreffende Individuum, deren sehen und fühlen, schon gar nicht bedenkend auf die Einschränkung des täglichen Lebens, die damit verbundenen Kämpfe und die oftmals fast unüberwindbaren, normalerweise leicht von Hand oder Kopf gehenden Taten, machbar zu machen. Dünn und unscheinbar für das Auge, vor allem dem Nächststehenden nicht sichtbar, leicht durch dringlich scheinend und immer wieder unüberwindbar.

STEINIGE WEGE

 

Es ist nicht immer einfach zu definieren, wie das Empfinden ist, die momentanen  Lebensumstände zu beschreiben oder zu sagen nach was man sucht, nach irgendwelchen Sinne, die wir im Leben haben oder sehen sollten. Immer wieder stellt sich die Frage, ob es wirklich der richtige Weg ist, den man bestreitet, oft sehr beschwerlich, um das gewünschte Ziel, besser gesagt, die gewünschte Etappe. Geprügelt von Gedanken und Emotionen, die verwirren, ja, vielleicht sogar das Aufgeben erzwingen wollen und sich doch entscheiden weiter zu rappen und streben schlussendlich doch noch das richtig Geglaubte, oder doch im Endeffekt  wiederum Falsche, endlich erlangt zu haben und wenn es nur dazu dient um zu sagen, es ist geschafft. Geschafft?- Was ist schon geschafft, was wollte man schaffen? All die Mühen scheinen im sogenannten Ziel so unnötig gewesen zu sein, da man merkt, eigentlich gar nichts geschafft zu haben und man niederschmetternd feststellen muss dem doch so sehnlichst Erhofften noch weiter entfernter zu sein als je zuvor. Ausgesaugt und ausgebeutet denkt man an die vielen, vielen gepeinigten Strecken, die man früher schon schaffen wollte, zurück und merkt, dass es unbestritten wieder das falsche Tun war und jegliches Ziel aus den Augen zu entgleiten  scheint. Tief erschüttert und Schmerz erfüllt versucht man diese neue, die in Wirklichkeit doch so alte, Erfahrung zu akzeptieren, dass aber nicht gelingt, da es die unzähligen male davor auch schon nicht gelungen ist. Und wieder einmal steht man vor dem furchteinflössenden, schrecklich anzusehenden, immer grässlicher werdenden Tor das sich nicht öffnen lässt und man förmlich sein scheinheiliges Gelächter hören kann. Geleitet von den widerwärtigsten Gedanken und Emotionen versucht man dieses, ach so elendes, Gitter zu durschlagen, in dem Wissen, dass es nur eine weitere blutige Wunde zurücklässt und dann ächzend in die Knie geht um endlich bewusst  empfängt, das es sinnlos ist. Lähmend suchend schauend nach dem holprigen Weg, den die unmittelbare Zukunft bereitstellt und sicher nicht nach den eigenen Bedürfnissen und schon gar nicht nach den eigentlichen Wünschen ist, kriechend und niedergeschmettert, unabänderlich, hingelangen.

Spitze Steine bohren sich in die nackten Füsse, in die dünne Haut die bei  jedem Schritt brechen zu scheint, unverständlich, angesichts der immer kehrenden Gedanken an die letzten Wanderungen der Schmerzen, doch durchhaltend und sehen, dass die dünne Haut nur so dünn scheint, doch nicht so ist, da der Schmerz durch die  harten Narben der Vergangenheit sticht. Unter der heissen Sonne fast verbrennend, mit Tränen erstickten Augen erkennende dunkle Wolken in absehbarer Ferne, die zumindest hoffen lassen, diesen zerrütteten Körper zumindest ein bisschen Abkühlung bringen könnte.  Letztendlich zusammenbrechend bleibt  die winzige Hoffnung nach einer kühlen Brise und ein Verlangen nach ein paar Regentropfen, die sachte über das Gesicht laufen und die spröden Lippen benetzen um möglicherweise diese karge Strecke mildert um  wieder die Kraft zu erlangen, die es möglich macht aufzustehen und zumindest einige Schritte weiter humpeln zu können, zu versuchen ein schützendes Obdach zu erlangen. Fast ohnmächtig, zum Himmel starrend zieht die Vergangenheit wie ein Orkan über den fast regungslosen Körper hinweg. All die misslichen Ereignisse, das breit machende Scheitern, sanft durchzogen mit winzig kleinen Erfolgen, die das Dunkle aufzufressen scheint, mitreissend an den Endpunkt, einhergehend mit den schwarzen Wolken am Himmel die mit plötzlichen Blitzschlag, das fast unaufhaltbare stoppt und mit prasselnden Regen den schon fast verlorenen Körper im letzten Moment doch noch rettet.

 

Mit letzter Kraft aufgerafft, den Weg weiterziehend auf dem durch den Regen aufgeweichten, jetzt nicht mehr so harten Boden, schon fast schwammig weich, kraftraubend, Schritt für Schritt immer weiter nach vorne, ziellos und total verwirrt, endlos…. Unerwartet auftretend am Horizont ,doch wieder ankommend in einen wärmenden Unterschlupf, der die Möglichkeit bietet, sich von diesen letzten Strapazen zu erholen, stärken,… träumend,  über das immer wieder unfassbare Erlebte, den nächsten Tag erlangen um sich wieder auf die Reise zu machen, zurück an die Kreuzung mit den vielen Strassen und Wegen , jede Richtung ins Ungewisse, um erneut zu wählen und hoffen, diesmaldie richtige Entscheidung getroffen zu haben, wieder versuchen zu „schaffen“ und an ein gewünschtes Ziel zu kommen,  sich wieder weiter und immer weiter zu quälen bis man sich wahrscheinlich wieder am Gittertor findet………………

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